Wir haben Mark Prang getroffen und ihm sechs Fragen zu seiner Geschichte, seiner Musik, seiner Band und seinen Wünschen gestellt.

Rock und Blues aus 40 Jahren Musikgeschichte, das präsentiert Mark Prang, Jahrgang 1985, regelmäßig in ganz Nordhessen. Er ist Frontmann seiner „Mark Prang Band“ und hat gerade sein erstes Soloalbum „Alone“ veröffentlicht. Wir haben ihn getroffen und ihm sechs Fragen zu seiner Geschichte, seiner Musik, seiner Band und seinen Wünschen gestellt.

 

Mark, wie lange machst du bereits Musik? Wie bist du zur Musik gekommen?

Mark Prang: Ich mache Musik seit dem 13. Lebensjahr. Die Musik liegt meiner Familie im Blut: Meine Mutter spielt Saxophon, mein Opa spielte Harp und meine Urgroßmutter war im Chor. Schon als kleiner Junge habe ich mich mit Musik beschäftigt, aber erst mit 13 hatte ich das erste mal eine Gitarre in der Hand. Es gab nur ein Problem: Wie lässt sich das Ding spielen? Mit einem Lehrer wollte ich gar nicht erst anfangen, also brachte ich mir das Spielen selbst bei. Es war eine harte Arbeit, aber mir kam nie der Gedanke aufzugeben, dafür machte es zu großen Spaß. Ich war bereit alles, was ich übers Gitarrespiel fand, in mich hineinzusaugen. Irgendwann kam dann der Punkt, an dem ich mich für erste Auftritte vorbereiten wollte und so fand ich mit 18 zu meiner ersten Schülerband und kurz darauf, noch im selben Jahr, machte die Mark Prang Band ihre ersten Gehversuche. Jetzt, 10 Jahre später, kann ich ohne Musik nicht mehr auskommen, Musik ist eben ein Lebensmittel.

Was waren deine größten Erlebnisse?

Mark Prang: An erster Stelle steht ganz klar mein neunter Geburtstag. Ich bekam von meinen Eltern eine Karte für ein BAP-Konzert zum Geburtstag. ich hörte zu diesem Zeitpunkt ständig ihren Hit „Verdamp lang her“. Was meine Mutter am Abend des Konzerts vorhatte, konnte ich mir allerdings niemals vorstellen. BAP spielte am 26.02.1994 in Kassel in der Eissporthalle und ich stand mit meinen 9 Jahren 15 Minuten vor Konzertbeginn vor Wolfgang Niedecken. Was für ein Erlebnis! Aber das Größte kam erst noch: Bei „Verdamp lang her“ gratulierte mir Niedecken zum Geburtstag und holte mich auf die Bühne. Ich hatte 6500 Menschen vor mir. Das war ein unvergessliches Erlebnis. Zu Niedecken habe ich immer noch einen guten Draht. Gott sei Dank geht es ihm nach seinem Schlaganfall wieder gut. Als Musiker erlebt man viel, man kommt viel herum, man hat das Privileg viele Menschen kennenzulernen. Vor kurzem durften ich und meine beste Freundin die Jungs von Wingenfelder kennenlernen. Das ist jetzt eines von vielen Beispielen. Was ich damit sagen möchte, Erlebnisse häufen sich an, viele sind gute Erlebnisse, das prägt sich ein und das kann durch nichts mehr gelöscht werden. Klar gibt es auch weniger gute, damit versucht man eben zurechtzukommen oder versucht sie zu vergessen.

Hast du Vorbilder? Welche und warum?

Mark Prang: Vorbilder gibt es ganz viele. Zum Beispiel Springsteen; er weiß, wie man sein Publikum bei Laune hält und deshalb lieben ihn seine Fans. Springsteens Auftritte nehme ich mir immer als gutes Beispiel für die Gestaltung einer perfekten Show. Das Gitarrenspiel von Gallagher und Keith Richards hat mich zum Beispiel immer sehr beeindruckt. Es gibt eine ganze Reihe von Vorbildern für mich, aber über alle zu sprechen, würde wahrscheinlich den Rahmen sprengen.

Du spielst in deiner Band mit älteren Musikern zusammen, funktioniert das immer gut?
Mittlerweile gibt es die Band seit fast 10 jahren. Helmut und Larry sind seit dem ersten Tag dabei. Mikey kam Gott sei Dank 2012. Ich denke, das Alter spielt keine Rolle. Ich bin zwar mit fast 30 das Küken, aber wenn man gemeinsam Musik macht und fest hinter dem steht, was man tut, dann ist es egal wie alt oder jung man ist. Rockmusik ist nicht irgendeine Musik, es ist eine Lebenseinstellung. Natürlich hat jeder in der Band mal Schluckauf, aber nach einem reinigenden Gewitter gibt es wieder 30 Grad und Sonnenschein.

Neben deinem Coverprogramm hast du auch eigene Songs geschrieben. In welches Genre ist dein Musikstil einzuordnen?

Seit 2006 schreibe ich eigene – zum großen Teil deutsche – Titel. Meistens schreibe ich nachts. Erst vor kurzem habe ich erkannt, dass ich in der dunklen Jahreszeit mehr Titel schreibe als im Sommer. Es ist seltsam, aber es liegt einfach an der Jahreszeit, da schöpft man eine gewisse Melancholie und kann sie in seine Songs stecken. Wenn ich ein Stück geschrieben habe und ich denke, „cool der ist ok“, dann lege ich mich direkt ins Bett. Am nächsten Tag bin ich oft selbst überrascht. Es macht einfach Spaß. Gerade habe ich mein Soloalbum „Alone“ veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Liveaufnahme, solo und unplugged. Ich wollte die ruhigen eigenen Titel im Originalzustand belassen, das sind sie nunmal unplugged und solo. Mit der Band rocken die Songs teilweise richtig, aber mit „Alone“ hab ich mir einen ganz kleinen Wunsch erfüllen können. das Genre ist ganz klar Deutschrock, ich denke und handele in meiner Muttersprache, also schreibe ich auch in dieser meine Songs. Wie gut das geht, das zeigen zum Beispiel die Jungs von Wingenfelder, sie haben eine sehr erfolgreiche Tour hinter sich. Es gibt sehr sehr viele gute deutsche Künstler.

Wie geht es weiter? Hast du Zukunftsvisionen?

Mark Prang: Erstmal werde ich weitermachen mit der Musik. Natürlich plant man etwas voraus, das muss man irgendwie, sonst geht es nicht weiter. Ich hoffe, dass „Alone“ bei den Fans guten Zuspruch findet. 2015 ist das 10-jährige Jubiläum der Band, aber was davor oder dazwischen ist, das kann man nie wirklich wissen, man sagt ja immer: „Der Weg ist das Ziel“.

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