Mit seinem vierzehnten Lebensjahr entdeckte er den Gesang als musikalisches Instrument. In der RTL-Show „Das Supertalent“ begeisterte er 2010 eine ganze Nation und belegte letztendlich den zweiten Platz. Thomas Wirth hat Michael Holderbusch getroffen und mit ihm über Zukunftspläne, den musikalischen Hintergrund und den Menschen Holderbusch gesprochen.

Hallo Michael! Vielen Dank, dass du dir für das Interview Zeit genommen hast. Du bist ein Musiker, der bereits einige steinige Pfade gegangen ist. Wie sieht dein musikalischer Weg im Moment aus?

Michael Holderbusch: Momentan bin ich dabei, mich neu zu orientieren. Das heißt, es ist kurzfristig keine große Band in Planung, es läuft eher auf Duoprojekte hinaus. Ansonsten trete ich regelmäßig solo auf und mache dies auch weiterhin. Trotzdem reizt mich ein Bandprojekt natürlich. Seit Jahren habe ich ein Joe Cocker-Coverprojekt in Planung, für das zur Zeit nur noch der Proberaum fehlt.

Du konzentrierst dich also bei deinen neuen Projekten eher auf Cover oder werden auch selbst geschriebene Songs dabei sein?

Michael Holderbusch: Es werden hauptsächlich Coversongs werden. Ob jetzt das eine oder andere selbst geschriebene Stück von den Duopartnern dazukommt, werden wir sehen.

Wie groß ist dein Repertoire an Stücken, die du singen kannst?

Michael Holderbusch: Ich schätze, so um die 200 Songs habe ich drauf. Ich habe schon viel gemacht. Während der Musikschulzeit in Baunatal habe ich z.B. in der Bigband Gitarre gespielt und gesungen, ich war im Gospelchor und habe dadurch in vielen Sparten ein gewisses Repertoire.

Wann war deine Musikschulzeit?

Michael Holderbusch: Die begann als ich 13 oder 14 war, also 92/93 habe ich angefangen. Bis 2000 oder 2001 war ich dort. Wenn die Bigband in der Region Auftritte hat, bin ich heute noch dabei und singe ein paar Nummern mit.

Und du spielst immer noch Gitarre?

Michael Holderbusch: Mittlerweile bin ich etwas eingerostet.

Angefangen habe ich auch, aber leider bin ich nicht sehr weit gekommen.

Michael Holderbusch: Ja, die Hürde muss man erstmal nehmen, das erste halbe Jahr ist entscheidend.

Es gab mal die Band Fatman. Was ist aus dem Projekt geworden?

Michael Holderbusch: Die Band gab es mal, aber durch den ganzen Supertalent-Hype fehlte mir damals einfach die Zeit für das Projekt. Die Jungs, mit denen ich zusammengearbeitet habe, sind Profis mit mehreren Projekten, auf die sie sich dann konzentriert haben.

Wie sieht es mit Auftritten in naher Zukunft aus? Wird man Michael Holderbusch in diesem Jahr auf den Bühnen der Region sehen können?

Michael Holderbusch: Interessenten gibt es. Für den Sommer wird bereits geplant. Momentan ist es noch etwas dünn, was aber natürlich auch an der Winterpause liegt.

Wer ist der Mensch hinter der Stimme? Wer ist Michael Holderbusch. Wie siehst du dich selbst?

Michael Holderbusch: Eigentlich als ganz normalen Menschen. Mit der Stimme habe ich ein Geschenk bekommen. Es ist ein Talent. Das Singen habe ich nie gelernt, es kam einfach durch einen Zufall zu mir. Da habe ich dann erst gemerkt, dass ich Spaß daran habe.

Welcher Zufall war das? Wie bist du genau zum Sänger geworden?

Michael Holderbusch: In der Musikschule gab es nachmittags eine E-Gitarren-AG, bei der ich mitgespielt habe – daraus wurde auch die Band zusammengestellt. Jedenfalls haben wir nur instrumental gespielt. Irgendwann wollten wir aber mit Sänger arbeiten, aber keiner wollte es machen. Nach einer halben Stunde Diskussion habe ich dann den Gesang übernommen. Das war der Anfang.

Hast du Vorbilder? Wenn ja, welche?

Michael Holderbusch: Ich beneide sehr viele Leute. Das sind natürlich in erster Linie Sänger wie Joe Cocker. Ich war immer ein Fan von versoffenen, verqualmten Stimmen, diese richtigen schönen, schmutzigen Bluesstimmen wie von John Lee Hooker oder B.B. King. Da gibt es zu viele. Es sind aber alles Menschen, die mit Blues oder Rock zu tun haben. Ich mag zum Beispiel auch Led Zeppelin.

Denk zurück an die Zeit nach dem Supertalent. Haben sich erstmal viele Türen geöffnet?

Michael Holderbusch: Jein, es waren natürlich erstmal viele Interessenten da, die mich buchen wollten, die haben sich förmlich um mich gerissen, was dann logischweise irgendwann weniger wurde. Dann muss man sich selbst noch intensiver darum kümmern.

Wie ging es danach weiter?

Michael Holderbusch: Das erste, was ich gemacht habe, waren die Konzerte mit Michael Hirte, dem Mundharmonikaspieler und Supertalent-Gewinner von 2008. Mit ihm war ich auf der „My Way Tournee“ von 2011 bis 2013. Wir hatten über 70 Termine in ganz Deutschland. Das war eine schöne Zeit. Ansonsten gab es viele Firmenveranstaltungen, wo ich aufgetreten bin. Jedes Autohaus wollte plötzlich den Holderbusch buchen für ein neues Auto, was vorgestellt wird.

Einen Auftritt hattest du auch in der Eissporthalle.

Michael Holderbusch: Das war noch während der Supertalent-Zeit. Da hatte ich in der Spielpause einen kurzen Auftritt.

Wo siehst du deine Stärken?

Michael Holderbusch: Ich bin geduldig. Teilweise werde ich um meine Engelsgeduld beneidet und die Leute verstehen gar nicht, warum ich so ruhig bleiben kann. Aber ich denke, es ist eine ganz gute Gabe, besonders im Musikbusiness. Außerdem bin ich relativ offen für alles Neue. Ich sage also nicht von vornherein: „Nee, das mache ich nicht.“ Es gibt natürlich auch Dinge, von denen ich Abstand halte. Ein Helene Fischer-Coverprogramm wäre wahrscheinlich nichts für mich. Aber ansonsten habe ich viel ausprobiert und das hat mir viel gebracht, weil ich dadurch auch meine eigenen Grenzen finden konnte, diese überschritten habe und herausgefunden habe, was man noch alles machen kann. Eine weitere Stärke ist, dass man sich auf mich verlassen kann.

Hast du auch Schwächen?

Michael Holderbusch: Sicherlich. Menschen haben ja viele Chaktereigenschaften. Wenn es mal überhaupt nicht richtig läuft, wie es sein soll, kann ich mich auch mal verkriechen. Außerdem bin ich auch relativ skeptisch, was sich natürlich immer ein wenig mit verschiedenen Dingen überschneidet.

Eine gesunde Skepsis ist bestimmt nicht verkehrt. Zurück zur Musik. Welchen Stellenwert hat sie in deinem Leben?

Michael Holderbusch: Ganz klar, die Musik ist an erster Stelle.

Denk mal ganz weit zurück. Wie bist du zur Musik gekommen?

Michael Holderbusch: Ich wollte früher mal Posaune lernen. Bei uns im Dorf, in Rengershausen, gab es im Gemeindehaus einen Posaunenchor, da hätte ich es lernen können. Es ist nur noch ein zweiter Mann gesucht worden, der das auch machen wollte, aber leider gab es niemanden. Als ganz kleiner Junge habe ich eine Spielzeuggitarre geschenkt bekommen. Die war mein Ein und Alles. Meine Oma meinte dann zu mir: „Wenn du Lust hast, dann geh in die Musikschule und lern Gitarre.“ So kam es dann auch.

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