4 Wheel Drive

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    Datum/Zeit
    04.12.2019
    20:00

    Veranstaltungsort
    Theaterstübchen
    Jordanstraße 11
    34117 Kassel

    Kategorien


    Man soll die Feste ja bekanntlich feiern wie sie fallen. In Hamburg gab und gibt es hierzu nun innerhalb eines halben Jahres gleich doppelt die Gelegenheit. Im Herbst letzen Jahres gingen die 30. Karsten Jahnke JazzNights über die Bühne, und wenn im Frühjahr 2019 deren 31. Auflage folgt, gibt es die Reihe seit 20 Jahren. Schon klar, dass es hierfür eines mindestens mittleren Paukenschlages bedarf, und der fällt jetzt sogar unerwartet mächtig aus. Denn die kommenden JazzNights werden von einer Band bestritten, an deren Zustandekommen vielleicht nicht einmal der Optimist Jahnke selbst geglaubt hätte.

    Doch es kam anders als gedacht, und im April wird Nils Landgren seine neue Band 4 Wheel Drive an elf Abenden den bundesdeutschen Jazzfans vorstellen. Neben dem schwedischen Posaunisten und Sänger gehören ihr der Pianist Michael Wollny, der Bassist und Cellist Lars Danielsson sowie der Drummer Wolfgang Haffner an. Früher hätte man sich angesichts solcher Namen einfach mal kurz überschlagen und kurz und schrill „Supergroup!“ in die Luft geschrien. Nun gut, die Zeiten sind ein bisschen ruhiger geworden, eine gewisse Nervosität indes sollte die Jazz-Gemeinde angesichts dieses beinahe unglaublichen Line-Ups doch beschleichen.

    Und das zurecht. „Das ist ein sensationelles Album!“, sagt Karsten Jahnke, er habe sich das Werk lieber gleich drei Mal hintereinander angehört, „damit ich sicher sein kann, dass es nicht erstmal begeistert und dann beim nächsten Hören doch verliert. So ein Album müsste sich meiner Meinung nach sogar heute noch gut verkaufen.“ Das will in diesen Zeiten ja doch Einiges heißen, zumal es der Wahrheit sehr entspricht.

    Im Grunde handelt es sich hier um die neue Platte von Nils Landgren, der irgendwie die gute Idee hatte, es mit dieser Superbesetzung zu versuchen. Jetzt ist es zwar keine typische Landgren-Platte mehr, dafür aber ein umso interessanteres Projekt. Denn so wie bereits seit Jahren mit seiner „Funk Unit“ und etlichen weiteren Projekten hält der beinahe unwirklich sympathische Schwede all den Puristen des Jazzlagers wieder einmal den Spiegel vors Gesicht. Nein, kein solider Groove, keine herrliche Melodie spricht dagegen, trotzdem gediegenem Jazz zu lauschen. Oder ihn im Tanze zu begleiten. Ein Song wie „If You Love Somebody Set Them Free“ könnte natürlich auch zwischen Gloria Gaynor und George Clinton im Black Music Club laufen, „Lobito“ und „FWD“ wären prächtige Rotweinbegleiter im Jazzkeller, „Polygon“ dürfte die Liebhaber des Esbjörn Svensson Trios erfreuen: Es geht woanders ähnlich weiter, ein echter Grund zum Feiern!

    Und wenn Nils Landgren „Another Day In Paradise“ singt, dann klingt seine Stimme tatsächlich ein bisschen so wie die von Phil Collins, nur dass seine Begleiter halt nicht so sehr dem Kitsch verpflichtet sind wie Phils Band anno dunnemals. Der Sänger Landgren, anfangs für seine leicht unerwarteten Vokalisen nicht eben mit Lorbeerkränzen behängt, hat mittlerweile zu einem fast unnachahmlichen Stil gefunden und fühlt sich mit dem Mikrofon in der Hand auch hörbar wohl. Was den ACT JazzNights sehr zugute kommt.

    Tickets

    75,- Euro
    www.theaterstuebchen.de

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